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Match: Shamrock Rovers – FC Ararat Armenia
Wettbewerb: 2. Qualifikationsrunde UEFA Champions League 2026/2027
Zuschauer: 6.731
Als ich nach Dublin reiste, war die Ausgangslage für die Rovers alles andere als rosig. Das Hinspiel in der Champions League Qualifikation hatten sie mit 0:2 gegen den FC Ararat aus Armenien verloren. Es musste sich also noch etwas tun.
An- und Abreise
Das Tallaght Stadium liegt im gleichnamigen Stadtteil und ist entsprechend nur mit einer längeren Anreise zu erreichen. Aus der Innenstadt fährt die Straßenbahnlinie „Red Line“ in die unmittelbare Nähe des Stadions. Diese Linie ist insbesondere unter der Woche jedoch auch von vielen Pendlern frequentiert, hier könnte es eng werden. Hier hilft nur frühzeitiges Zusteigen oder sich noch irgendwo dazuquetschen. Der Transport zum Stadion ist nicht im Ticket inbegriffen. Anders als der Nachbar aus dem Vereinigten Königreich hat Dublin noch keinen kontaktlosen Nahverkehr. Daher müssen auch Touristen sich eine sogenannte „TFL Leap Card“ kaufen, mit der dann an den einzelnen Bahnstationen ein- und ausgecheckt werden kann. Dies wird auch kontrolliert. Positiv: Keine Fahrt kostet mehr als 2€, egal wie weit man fährt. Im Falle des Tallaght Stadiums sind das ca. 45 Minuten aus der Innenstadt.
Eine Alternative zur Bahn ist das Auto. Wer sich den Linksverkehr zutraut, findet in der Nähe des Stadions grundsätzlich Parkmöglichkeiten. Es gibt jedoch auch Park-and-Ride-Angebote direkt an der Strecke der „Red Line“.
Nach dem Spiel lohnt es, direkt in Richtung der Bahn zu gehen um eine Chance zu haben eine frühe Bahn zu erwischen. Dort wird es dann auch gern sehr voll. Die Taktung der Bahnen ist nicht sehr hoch, daher ist hier Tempo gefragt.
Stadion
Das Stadion ist ein sympathischer kleiner Bau, der knapp 10.000 Zuschauer fasst. Die Westtribüne bildet das Herz des Stadions und beherbergt neben den Kabinen auch die Gastro-Angebote. Im Tallaght Stadium ist der Konsum von Alkohol auf der Tribüne offiziell verboten. Die beste Möglichkeit, trotzdem an ein Bier zu kommen, ist der Erwerb der sogenannten „Premium Bar Access“ Tickets. Die sind nicht sonderlich teuer und ermöglichen es euch, vor dem Spiel und in der Pause die einzige Bar im Stadion, die normalerweise für Mitglieder reserviert ist, zu nutzen. Ihr erhaltet außerdem einen Sitzplatz der höchsten Kategorie mit eurem Namen darauf. All das kostet 50€. Eine Ticket- oder Sicherheitskontrolle spart ihr euch dort ebenfalls vollständig.
Die Getränkepreise sind mit 5,70€ für einen Pint völlig in Ordnung. Alkoholfreie Getränke und Essen dürfen mit auf die Plätze genommen werden, Bier wie bereits beschrieben nicht. Dennoch halten sich erstaunlich viele Fans auch bei hohen Sommertemperaturen mit geschlossenen Kaffeebechern auf der Tribüne auf. Wie das wohl kommt…
Zu beachten ist, dass auf allen Rängen außer den Premium-Sitzen freie Platzwahl besteht. Dies muss insbesondere auf der Westtribüne beachtet werden, da dort bei internationalen Spielen aufgrund von UEFA-Regularien ein zweiter Rang bei den Ersatzbänken eingezogen werden muss. Die Überdachung dieses zweiten Ranges kann die Sicht in den unteren Reihen der Westtribüne erheblich behindern. Bei Tickets für die normale Westtribüne ist daher zumindest für die internationalen Spiele eine frühzeitige Anreise zu empfehlen.
Atmosphäre
Fußball schauen auf den britischen Inseln ist schwierig mit unserem mitteleuropäischen Verständnis vereinbar. Der Support fällt teilweise zaghaft aus, es wird kaum gesungen. Doch wenn die Mannschaft einen großen Kampf liefert, wie es die Rovers in dieser Partie taten, kann das die Bude richtig anzünden. Vor allem macht sich bemerkbar, dass alle Fans mit der gleichen Emotionalität hinter der Mannschaft stehen. Auch auf der Haupttribüne ist selbst bei einem Qualifikationsspiel in der Frühphase der Saison richtig Druck auf dem Kessel – wenn die Spielsituation es zulässt.
Spielverlauf
Die Rovers mussten zwei Tore Rückstand aus dem Hinspiel aufholen. Man merkte vom Anstoß an, dass das auch ihr großes Ziel war. Shamrock lief hoch an und ließ Ararat kaum Luft zum Atmen. Folgerichtig gingen die Rovers in der 11. Minute auch bereits mit 1:0 in Führung. Einen Weckruf für die Armenier bedeutete jedoch auch das nicht. Nach 36 Minuten stellten die weiterhin drückend überlegenen Iren bereits auf 2:0. Zur Pause war das Hinspielergebnis demnach bereits egalisiert.
Die irischen Fans stellten in der Pause fest: Jetzt einen nachlegen, die Armenier sind verunsichert. Sie sollten jedoch Unrecht behalten. Die Armenier kamen deutlich verbessert aus der Pause, den Iren schien es an Kraft zu fehlen, um das hohe Pressing aufrechtzuerhalten, das noch in den ersten 45 Minuten die Basis für die eigene Überlegenheit bildete. Es entwickelte sich eine Anfangsphase mit vielen Halbchancen, jedoch ohne größere Torchancen. Wenn eine der beiden Mannschaften sich dem Tor allerdings ernsthaft annäherte, waren es eher die Rovers.
Nun sollten es also taktische Kniffe von der Bank richten. Erst in der 72. Minute gab es den ersten Tausch – Carlos Franca wurde eingewechselt und übernahm den rechten Flügel der Armenier. Nur Sekunden nach seiner Hereinnahme ließ er gleich mehrere Iren ganz schlecht aussehen, brachte den Ball in die Mitte und leitete den Anschlusstreffer ein. Somit waren die Armenier wieder weiter.
In der Schlussphase warfen die Rovers alles nach vorn, brachten noch mehrere Stürmer, die jedoch allesamt technisch eher unglücklich aussahen. Auch absolute Topchancen konnten sie nicht verwerten. So gewannen die Rovers zwar am Ende mit 2:1, verpassten jedoch die dritte Runde der Qualifikation zur UEFA Champions League. Der Trost: Sie dürfen in der Qualifikation zur Europa League weiterspielen.
Fazit
Einerseits ist Dublin als Stadt selbst definitiv eine Reise wert. Wer sich für vergleichsweise kleines Geld mal wie ein echter VIP fühlen will, ist in Tallaght völlig richtig. Insbesondere das Premium-Angebot ist bodenständig, bezahlbar und macht großen Spaß. Die Art und Weise, wie hier auf allen Rängen Fußball gelebt wird, mit all der Emotionalität bis in die Hospitality hinein, zeigt, dass das Spiel am Ende doch eines für alle ist. Das ist Fußball.
