Match: FK Austria Wien – FK Liepaja
Wettbewerb: 2. Qualifikationsrunde UEFA Europa Conference League 2026/2027
Zuschauer: 8.300
Die Wiener Austria ging mit einer 2:0-Führung ins entscheidende Heimspiel gegen die lettische Mannschaft FK Liepaja. Die Ausgangslage war klar, vor allem weil die Austria deutlich favorisiert war.
An- und Abreise
Zu Wien selbst habe ich bereits bei meinen Ausführungen zum SK Rapid einiges geschrieben. Es gilt das gleiche auch für die Austria – Wien ist groß, für Touristen einfach zu durchschauen und modern.
Die Austria spielt im Gegensatz zum SK Rapid, der aus dem Westen der Stadt kommt, im Südosten Wiens. Der Stadtteil heißt Favoriten, was vor dem Hintergrund der angesprochenen Partie kaum passender sein könnte. Die Anreise gestaltet sich extrem einfach – die U-Bahnlinie 1 unterquert die Donau, fährt über den Prater, mitten durch die Innenstadt und endet schließlich in Oberlaa. Kurz vor dem Ende befindet sich in unmittelbarer Stadionnähe die U-Bahnstation „Altes Landgut“. Aus der Innenstadt beträgt die Fahrzeit keine 10 Minuten. Die U-Bahn ist für die Anreise unbedingt zu empfehlen, da die Verkehrslage rund um das Stadion durchaus vertrackt zu sein scheint.
Die Abreise gestaltet sich ebenso simpel wie der gesamte U-Bahn-Verkehr in Wien. Von einer langen Schlange am U-Bahn-Eingang bitte nicht täuschen lassen: Die Leute warten nur auf die Rolltreppe. Man kann natürlich auch die (zugegeben ziemlich lange) Treppe nehmen.
Stadion
Im Franz-Horr-Stadion finden 17.656 Zuschauer Platz. Nur drei der vier Tribünen verfügen über einen Oberrang. Überdacht ist das Stadion vollständig. Die Tribüne der aktiven Fanszene ist die Osttribüne, die mit Stehplätzen ausgestattet ist. Die aktive Fanszene hält sich seit dieser Saison im Oberrang auf. Die Sitzplatzkarte (Unterrang, zehnte Reihe) lag für dieses Spiel bei 36€.
Wie auch im Westen der Stadt kann auch hier das Catering überzeugen. Ausgeschenkt wird Schwechater. Einen großen Vorteil bietet der Unterrang für alle, die beim Spiel gerne etwas essen und trinken möchten: Die Catering-Stände sind so gelegen, dass man problemlos hinter der letzten Sitzreihe stehen und sogar seine gekauften Produkte abstellen kann. Das ist wirklich positiv zu erwähnen, da zumindest für mich der Gang zum Bierstand deutlich wahrscheinlicher wird, wenn ich weiß dass ich das Spiel unmittelbar weiter schauen kann und mich nicht weg vom Geschehen in einen Umlauf begeben muss.
Bezahlt wird unkompliziert und kontaktlos mit der Kreditkarte.

Atmosphäre
Vorab: Die Wiener Austria läuft zu „Rock me Amadeus“ ins Stadion ein, was wirklich das Gefühl vermittelt: Ich bin hier in Österreich und sehe den letzten Wiener Meister.
In Sachen Stimmung hält die Austria nicht mit der Konkurrenz von Rapid mit. Trotzdem gibt es 90 Minuten gut organisierten Support. Möglicherweise müssen sich auch bestimmte Mechanismen erst einspielen – die Kurve stand ja zum ersten Mal im Oberrang. Die „Franz-Horr-Stadion“ Choreo konnte überzeugen.
Aus Lettland waren leider keine Gästefans angereist. Daher kam keine große Rivalität auf – das entsprach aber auch den Geschehnissen auf dem Platz.
Spielverlauf
Vor Spielbeginn wurde die Versbschiedung des ehemaligen Wieners Marvin Martins nachgeholt, der mittlerweile Kapitän der lettischen Mannschaft ist. Er wurde sogar von der Wiener Kurve mit Sprechchören gefeiert. Martins erlebte letztlich einen kurzen Abend, da war allerdings richtig viel los: Die Austria begann fahrig und fehlerbehaftet. Austria-Keeper Sahin-Radlinger (Grüße nach Hannover) patzte bei einer Abwehraktion, die Letten führten nach nur 4 Minuten. Auch danach behielten sie die Überhand. Nach 8 Minuten stand Martins jedoch wieder im Fokus: Notbremse, Rot. Die Sprechchöre setzten wieder ein. Diesmal offenbar aber doch mit etwas mehr Häme.
Damit kam der Bruch ins Spiel. Austria wurde zunehmend stärker und drehte das Spiel noch vor der Pause. Nach der Halbzeit flachte die Partie merklich ab, Wien ging kein Risiko mehr ein und Liepaja war in Unterzahl machtlos. Reinhold Ranftl (Grüße nach Schalke) erzielte in der 66. Minute das Tor zum 3:1-Endstand. Austria ging mit einem 5:1 in der Gesamtrechnung in die nächste Runde.
Fazit
Zu Wien ist alles gesagt. Bei der Austria lebt vor allem noch der alte Catering-Traum. Pommes essen und gleichzeitig Live-Fußball gucken war noch nie so einfach. Den Eigenen Rechtsverteidiger mit Fritten in der Hand anschreien – das ist Fußball.
